Wer nach Cusco geht, besucht immer auch die 1911 wiederentdeckte Inka Stadt Machu Picchu. Viele Wege führen nach Machu Picchu. Der berühmteste und meistbegangene davon ist der "Camino Inca" - der alte Inkapfad von Cusco nach Machu Picchu. Der Camino darf seit 2004 nur noch in organisierten und geführten Gruppen begangen werden. Und wieder war der Gang auf eine Agentur und das Feilschen um den Preis unumgänglich. Die klassische Tour dauert 4 Tage, 3 Nächte. Sie startet auf dem Inca Trail bei KM 82 (ab Cusco gerechnet) und führt über 3 Pässe (der höchste davon 4215müM!) bis nach Machu Picchu. Die Agentur stellt dabei Campingmaterial, Essen, Guide und Porter (für Camping und Küche) zur Verfügung. Kostenpunkt vor Verhandlung USD220, nach dem Feilschen USD180 (Studenten 150).Inca Trail Tag 1, Cusco - Huayllabamba Wie von der Agentur angekündigt, stand ich am Freitag 9. März um 06.30 Uhr mit gepacktem Rucksack auf der Matte vor meinem Hostal. Und ich wartete; und wartete. Eine geschlagene Stunde später wurde ich dann tatsächlich abgeholt. Peruanisch pünktlich. Wer dachte, es gehe jetzt los, hat sich getäuscht. Mit dem voll besetzten Bus gings erst noch zum Depot, um das Campingmaterial und die Porter aufzuladen (meine Güte, macht man das nicht bevor man die Touris einsammelt???). Ca. 10 km vor unserem Ausgangspunkt war die Strasse unpassierbar (Erdrutsch). Unsere Guias und Porter haben den Strassenarbeitern unter die Arme gegriffen und innert 30 Minuten war die Strasse geräumt. Auf gings zu Km 82 und von dort zu Fuss auf den Camino Inca. Wwei Stunden lang durch den Urubamba Canyon und anschliessend den Berg hoch nach Huayllabamba, unserem ersten Nachtlager. Die Porter waren schon vor uns dort, haben die Zelte aufgestellt und uns The und Snacks zubereitet.Inca Trail Tag 2, Huayllabamba – Pacaymayo Morgens um 6 werden wir mit Cocathe von den Portern geweckt. Das erste Fühstück besteht aus Fruchtsalat, Toasts und Pancakes: einfach unglaublich! Tag zwei ist der strengste Tag des Trail. Wir steigen die unzähligen (tausende!) von Treppen des Llullucha Tal hoch - bis Warmiwañusca (4215müM). Hier sind wir bereits hundemüde. Die Porter, beladen mit Säcken bis zu 25kg (plus eigenes Gepäck), rennen förmlich den Berg hoch. Die Passhöhe eröffnet einen wunderbaren Blick über das Huayanay Massiv. Wir steigen die Treppen hinunter ins Pacaymayo Tal, wo unsere Zelte und der The für uns bereitstehen.Inca Trail Tag 3, Pacaymayo – Wiñay Wayna
Weiter geht's über den zweiten Pass (wieder Treppen!), vorbei an den Inkaruinen Runkuracay und Sayacmarca ins Aobamba Tal. Der Camino führt weiter durch Wälder und Hügel zum dritten Pass des Trails und einer weiteren Inkaruine, Phuyupatamarca (Stadt in den Wolken). Von nun an geht's kräftig in die Knie: nochmals etwa 2 Stunden Abstieg über die steilen Inkatreppen zu den Ruinen von Wiñay Wayna. Dies ist das letzte Nachtlager. Erschöpft gönnen wir uns ein Bier und klopfen einen Jass :-)
Inca Trail Tag 4, Wiñay Wayna - Machu Picchu - Aguas Calientes
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt morgens um 5 Uhr für irgendetwas anstehen musste. Die Tore des letzten Checkpoint öffnen um 5.30 Uhr. Eine halbe Stunde vorher stehen die Gruppen bereits vor dem Gate (Tagwache war um 4 Uhr!). Trotz Müdigkeit und Muskelschmerzen von den vielen Treppen rennen wir förmlich dem Ziel entgegen. Auf der letzten Höhe angekommen, eröffnet sich uns der Blick von oben auf Machu Picchu - geschafft! Wir nehmen die letzten Kilometer Abstieg unter die Füsse und kommen zufrieden aber fix und fertig auf Machu Picchu an. Richard, unser Guide (ebenfalls ziemlich groggy), musste bei der anschliessenden 2-stündigen Führung durch die Inkastadt um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Im Anschluss gings hinunter ins Dorf "Aguas Calientes". Ich war zu stolz in den (6usd teuren) Bus zu steigen und habe die letzten 5/4 Stunden auch noch unter die Füsse genommen - 1 Stunde davon Abstieg über Treppen :-(
Ich bleibe noch eine Nacht in Aguas Calientes und gönne mir am Folgetag zwei Stunden in den heissen Quellen von Aguas Calientes. Die Anlage ist zwar nicht so toll und das Wasser riecht beissend nach Schwefel. Aber die Temparatur des Wassers ist eine Wohltat für die strapazierten Muskeln und Bänder.
Treffe in Cusco nochmals Eva und Evi, die seit Anfang Februar Abschnittsweise die gleiche Reiseroute hatten. Wir gönnen uns ein Fondue Bourguignonne und ein flambiertes Crêpe im "A la petite France", mhhh. Die beiden beginnen jetzt ihr 3-monatiges Praktikum an einer Schule mit behinderten Kindern in Cusco. Viel Erfolg dabei, ihr beiden!
Ich sage dem Altiplano und damit den kalten Nächten definitiv Tschüss. Ich steigen ins Flugzeug nach Lima. Ist zwar viermal so teuer wie der Bus. Aber nach all den Busfahrten in Bolivien und Peru könne ich mir den Luxus. 1 Stunde Flug statt 16 Stunden Bus. Welch eine Freude! Sommer, Sonne und Strand: ich komme!